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Der nächste Streich: Auswärtscoup bei den Sportis

Sonntag, 8. März 2026 · 13:30 UhrKreisliga B Gruppe 3, 18. Spieltag

Agethen erneut mit weißer Weste - Joker Feuser sticht!

Spielbericht vom 9. März 2026

Der Spielbericht wird präsentiert von:

    Nach der spielerisch wie kämpferisch überzeugenden Leistung beim Auswärtserfolg in Heisingen ergaben sich im Laufe der Woche einige Fragezeichen für den vom Gastgeber anlässlich der offiziellen Einweihung des neuen Kunstrasens ausgerufenen "Sportitag" an der Veronikastr. in Essen-Rüttenscheid: Jung (Wade), Bowinkelmann (Erkältung), Feuser (Knie), Sonnenberg (Fuß) und Altenkamp (Pferdekuss) waren über die Woche angeschlagen, Schnepp und Fischer verletzten sich im Abschlusstraining. Während sich bei letzteren schnell zeigte, dass ein Einsatz am Sonntag nicht möglich ist, sprangen bei Sonnenberg, Bowinkelmann und Altenkamp die Ampeln auf grün. Bei Feuser und Jung konnte nur kurzfristig beim Aufwärmen entschieden werden: Jung musste aufgrund von anhaltenden Wadenproblemen die Segel komplett streichen, während die medizinische Abteilung bei Feuser zumindest einen Jokereinsatz in Aussicht stellte.

    Das heutige Trainerduo Kljajic/Schynol entschied sich vor diesem Hintergrund für folgende Anfangsformation: Vor Agethen bildeten Bowinkelmann, Hemling, Altenkamp und Sonnenberg von rechts nach links die Viererkette. Dauerbrenner Pham wurde wieder in die Startelf beordert und bildete mit Capitano Scatello die Doppelsechs, welche von El-Hasnaoui (rechts) und Berkowitsch (links) flankiert wurde. Rüdiger spielte wie in der Vorwoche zentral offensiv, während Karic die Sturmspitze besetzte. Mit Menke, Feuser, Vorholt, Bielan und Sisman hatte man trotz der Ausfälle noch genügend Personal in der Hinterhand, um auf alle Situationen reagieren zu können. 

    Beim Gastgeber zeigten sich im Vergleich zu den Vorjahren - wohl auch aufgrund des neuen Kunstrasens - viele neue Gesichter, die den Erfolg gegen die Fortuna Bredeney in der Vorwoche veredeln und die ESG in der Tabelle weiterhin hinter sich halten wollten.

    Nach der von elektronischen Beats unterlegten Champions League-Einlaufprozedur pfiff der Schiedsrichter Mustafa Satan die Partie vor einer erneut mit vielen blau-gelben Schlachtenbummlern geprägten und für Kreisliga-B-Verhältnisse stattlichen Kulisse an. Im Gegensatz zu den Vorjahren waren die Sportfreunde um einen spielerischen Ansatz bemüht, der jedoch von der nichtsdestotrotz mit mehr Ballbesitz ausgestatteten ESG kontrolliert wurde. Oft schob sich die ESG den Ball geduldig durch die eigenen Reihen, ohne wirklich in gefährliche Räume zu stoßen. Zu statisch und berechenbar wirkten die angestoßenen Angriffszüge. So blieb oft nur der lange Ball, der jedoch behutsam eingesetzt wurde: Während Sonnenberg einmal nach einem cleveren Lauf hinter die gegnerische Kette durch Altenkamp freigespielt wurde, aber am Heimkeeper Schmidt scheiterte, machte Sturmtank Edin Karic viele Anspiele von Hemling und Agethen fest und holte - sehr zum Unbehagen der stumpf agierenden 07er-Dreierkette - clever diverse Freistöße und gelbe Karten heraus.

    Die Sportfreunde mühten sich im Ballbesitz redlich, fanden ihrerseits aber noch weniger Durchkommen als die Gäste. Einzig gefährlich wurde es bei schlecht abgesicherten Ballverlusten der ESG - bei der brenzligsten Szene behielt Agethen im 1gg1 jedoch routiniert die Oberhand.

    Auch wenn es zum Ende der ersten Halbzeit bessere Ansätze gab, ging es für die ESG ziemlich unzufrieden in die Pause. Aus dieser kamen die Blau-Gelben etwas schläfrig, sodass die ersten Minuten den Sportfreunden gehörten. Schnell fing sie die Mannschaft jedoch wieder und konnte mehrere Impulse nach vorne setzen: Berkowitsch und Sonnenberg stießen über ihre Seite nun mehrfach in die freien Räume und konnten freigespielt werden. Während Berkowitsch am Keeper scheiterte, wurde Sonnenbergs gefährliche Hereingabe in höchster Not vor mehreren einschussbereiten Angreifern geklärt. Nach rund 60 Minuten kam Feuser für Rüdiger. Keine zwei Zeigerumdrehungen zeigte sich das goldene Händchen des Trainerduos: Nach einem fulminanten Schuss aus zentraler Position von El-Hasnaoui konnte Schmidt nur abklatschen lassen und Feuser staubte technisch anspruchsvoll zur insgesamt verdienten Führung der Gäste ab.

    In der Folge übernahmen die Sportfreunde verstärkt die Initiative und verliess sich auf alte Tugenden der Asche-Zeit: Lange Bälle wurden geschlagen, der Kampf um zweite und dritte Bälle forciert und das Geschehen somit mehr und mehr in die ESG-Hälfte verlagert. Die Gäste hielten die Sportfreunde zwar zunächst weitgehend vom eigenen Strafraum fern, konnten allerdings in der Vorwärtsbewegung kaum noch Bällle festmachen und hatten angesichts weniger und nicht clever gespielter Ballbesitzphasen immer weniger Entlastung. Der entfachte Druck wurde somit - auch durch Standardsituationen - immer größer und die ESG musste sich noch mehr auf die Verteidigung versteifen. Spätestens im 16er behielt die Defensive vor Agethen jedoch die Lufthoheit und bekam engagiert verteidigend am Boden immer noch ein Bein dazwischen. Wirkliche Chancen waren dadurch tatsächlich Mangelware, ein Funken weniger Aufmerksamkeit hätte jedoch schwerwiegende Folgen haben können.

    Auch der Schiedsrichter blieb trotz der stärkeren und teils lächerlichen Proteste der angestachtelten Sportfreunde cool und ließ sich von seiner guten Spielleitung nicht abbringen. Gegen Ende mussten die Sportfreunde ihren Bemühungen körperlich Tribut zollen und die ESG konnte insbesondere über Feuser und Scatello, sowie die noch eingewechselten Sisman und Vorholt, noch einige Zeit von der Uhr nehmen und letztlich die nächsten drei Auwärtspunkte sichern. Wieder zu Null - das Bollwerk steht!

    Erleichtert und ausgepowert wurde dann der nächste Sieg bei bestem Frühlingswetter gefeiert - so kann es weitergehen!